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05.04.18 08:21 Alter: 19 Tag(e)

Medizinische Versorgung frühzeitig sichern

Austausch zwischen Ärzteschaft, Bürgermeister, Stadtverwaltung und Kassenärztlicher Vereinigung am 20.03.2018 im Ratssaal des Rathauses

Martin Büdenbender / pixelio.de

Im Gegensatz zu anderen Städten im ländlichen Raum ist die Versorgung in Sundern noch gut. Doch die Herausforderungen liegen in der Zukunft. Hierbei konnte Bürgermeister Ralph Brodel auf die von der Verwaltung gemachte Umfrage und der gewonnenen Ergebnisse verweisen: „In den nächsten 10-15 Jahren gehen rund die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand. Stellt sich die Zukunft also, ohne Gegensteuern mehr als unbefriedigend dar, gibt es momentan noch keinen Grund zur Klage.“ Zur Zeit sind 16 von 17 Arztsitzen mit vollem Versorgungsauftrag im Stadtgebiet besetzt. Dies entspricht einem Versorgungsgrad von 94 Prozent. Erst wenn weniger als 75 Prozent, der durch die Kassenärztliche Vereinigung vergebenen Arztsitze besetzt sind, spricht man von einer Unterversorgung.

Damit es aber gar nicht erst dazu kommt, hatte der Bürgermeister schon 2016 innerhalb der Stadtverwaltung eine Projektgruppe zum Thema „Medizinische Versorgung in Sundern“ ins Leben gerufen. Die Mitarbeiter, die aus sehr unterschiedlichen Ressorts kommen, sammeln Informationen und prüfen diverse Unterstützungsmöglichkeiten. Zudem wurden bereits intensive Kontakte zu Institutionen geknüpft, wie zum Beispiel zur Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL), die für vertragsärztliche Versorgung der Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherungen zuständig ist.

Zur Aufgabe der Projektgruppe gehört auch der Austausch mit den Ärzten und Apothekern vor Ort: im September 2016 fand daher eine erste Gesprächsrunde zwischen Projektgruppe, Bürgermeister und den ansässigen Ärzten und Apothekern statt.

Bei diesem Gespräch stellte sich heraus, dass die größte Schwierigkeit für die niedergelassenen Ärzte darin besteht Nachwuchs zu finden.

Ärzteschaft und Stadtverwaltung sitzen in einem Boot

Um an die Ergebnisse der ersten Runde anzuschließen, hat Bürgermeister Brodel gemeinsam mit der Projektgruppe am vergangenen Dienstag zu einem erneuten Austausch eingeladen. Ziel der Veranstaltung war eine ergebnisoffene Diskussion mit der Ärzte- und Apothekerschaft  über Perspektiven und Meinungen zu diesem Thema sowie die gemeinsame Entwicklung von Strategien zur Sicherung der zukünftigen Versorgung. 

In seiner Begrüßung machte der Verwaltungschef dabei die Rolle der Stadtverwaltung deutlich.
„Es gehört zur Aufgabe der Stadtverwaltung, sich um die Daseinsvorsorge in Sundern zu kümmern. Die medizinische Versorgung ist dabei ein Teil davon. Dabei sehe ich unsere Rolle als Verwaltung nicht darin, den Job der Kassenärztlichen Vereinigung zu übernehmen, oder die Ärzteschaft zu übergehen. Im Gegenteil, wir alle sind in spezifischen Rollen gebunden und können daher nur gemeinsam zum Ziel kommen.

Mein, und ich denke unser Ziel ist es, dass auch in 10 bis 15 Jahren genügend Haus- und Facharztpraxen vor Ort sind, wenn der Großteil der heute praktizierenden Ärzte in den Ruhestand geht.

Ärzte und Stadtverwaltung sitzen also in einem Boot, wenn es darum geht Lösungen für eine gute und stabile medizinische Versorgung zu finden.“ 

Im Anschluss übergab er das Wort an den Geschäftsbereichsleiter für Sicherstellungspolitik und – Beratung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe, Herrn Ansgar von der Osten, der von der Projektgruppe der Verwaltung eingeladen wurde.

Dieser informierte die Zuhörer umfangreich über die derzeitige Versorgungssituation in Sundern sowie Möglichkeiten zur Nachwuchsgewinnung anhand von Best-Practice Beispielen. Gleichzeitig ging er aber auch auf die Herausforderungen ein. So würden es besonders Einzelpraxen, die außerhalb eines Stadtkerns liegen, sehr schwer haben Nachwuchs zu finden. Insbesondere diese Ärzte müssten  frühzeitig Akquise betreiben und langfristig planen. Hintergrund ist, dass viele junge Ärzte Tätigkeiten in Kliniken oder Gemeinschaftspraxen bevorzugen.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen schilderten die anwesenden Ärzte Erfahrungen aus der Praxis. So sei es schwierig, die Nachwuchssuche für die eigene Praxis frühzeitig zu planen und dies auch öffentlich zu kommunizieren. Insbesondere bei der wöchentlichen Arbeitsbelastung von bis zu 70 Stunden. Für andere Praxen habe jedoch die möglicherweise kurzfristige Schließung einer Praxis die Folge, dass die ohnehin schon vollen Wartezimmer buchstäblich überlaufen würden.

Dass der Gewinnung von medizinischem Fachpersonal auf allen Ebenen mehr Bedeutung beigemessen werden müsse, darin waren sich alle einig.

Kritisiert wurde daher seitens der Ärzte unter anderem der Abbau von Medizinstudienplätzen in den vergangenen 30 Jahren, der hohe Numerus Clausus oder die hohen Kosten eines Studiums. Hier wurden konkrete Wünsche und Vorschläge an die Kassenärztliche Vereinigung adressiert, dieses Thema bei der Landesregierung verstärkt anzusprechen.


Wie geht es weiter?

Es soll ein verstärktes Netzwerk entstehen, in dem alle Akteure beteiligt sind, um der Herausforderung der langfristigen Sicherstellung einer bedarfsgerechten medizinischen Versorgung in Sundern gemeinsam zu begegnen. Dieses Netzwerk soll dann konkrete Ideen und Projekte umsetzen.

Für die Stadtverwaltung ergab sich aus dem Gespräch der Auftrag, den Kontakt zu Abiturienten und Schülern, die ein Medizinstudium anstreben, zu suchen. Die Vermittlung von Praktika oder Famulaturen an heimische Ärzte halte man für eine Möglichkeit, potentielle Fachkräfte zu gewinnen bzw. zu binden. Daher könne man sich auch das Bewerben der Region an Universitäten gut vorstellen.

Weiteren Ideen werden gerne entgegengenommen.

 

 

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