Ortsdurchfahrt Stemel

Straßenbaumaßnahme in Stemel

Die Einrichtung der Vollsperrung der Ortsdurchfahrt Stemel ist für alle beteiligten Behörden und insbesondere der Stadtverwaltung Sundern kein einfacher Schritt gewesen. In zahlreichen Sitzungen wurde bis zum Letzten versucht, diese Vollsperrung zu umgehen, da sich alle Beteiligte darüber bewusst waren und sind, welch einschneidende Wirkung eine solche Vollsperrung nach sich zieht.

Um die gesamten Überlegungen und die Faktenlage nachvollziehbar zu machen, die trotzdem unweigerlich zu einer Vollsperrung geführt haben, hat die Stadtverwaltung die wesentlichen Überlegungen, Abläufe und sicherheitsrechtlichen Restriktionen nachfolgend zusammengestellt.

Damit ist die Hoffnung verbunden, dass die Unausweichlichkeit der Wahl der Vollsperrung nachvollziehbar wird. Aber selbst dann, selbst bei der Nachvollziehbarkeit der unumgehbaren Sperrung, bleibt sie eine emotionale Belastung, da sie viele Bürgerinnen und Bürger über Wochen zu erheblichen Einschränkungen zwingt.

Diese Belastung können wir nicht verhindern, auch wenn unser gesamtes Ansinnen permanent darauf ausgerichtet war. Wir hoffen allerdings, dass die dann fertiggestellte neue Straße über Jahrzehnte genau jene Nerven entlastet, die in den letzten Jahren immer wieder buchstäblich erschüttert wurden, durch die unhaltbaren Zustände der jetzigen Straße.

IHK prämiert die L 519 zur schlechtesten Straße im Kammerbezirk

Auslöser für die Baumaßnahme war die zweifelhafte Prämierung der Stemeler Ortdurchfahrt als „schlechteste Landstraße“ der Region Hellweg-Sauerland durch den IHK Verkehrsausschuss. So erklärt die IHK in ihrer Presseveröffentlichung ihre Auswahl wie folgt: „Nr. 1 der schlechtesten Straßen ist die L 519 Sundern – Stemel – Hachen, über die vor allem der wichtige Industriestandort Sundern an die A 46 angebunden wird. Die Strecke weist zahlreiche Spurrillen und Schlaglöcher auf. Die Bankette ist stellenweise brüchig und neigt sich stark zur Seite.“

Daraus hat sich ein Gemeinschaftsprojekt mit Straßen NRW, dem Landesbetrieb für Straßenbau in Nordrhein-Westfalen, entwickelt.

Ziele: Gemeinsame Baumaßnahme von Straßen NRW und der Stadt Sundern

Durch die gemeinsame Baumaßnahme soll eine moderne, verkehrssichere Infrastruktur hergestellt werden, die aufgrund mannigfaltiger Synergien positive Effekte für mehrere Jahrzehnte erzielt. Für den Industriestandort Sundern entsteht eine verbesserte Anbindung an die Autobahn 46 und im Ortsteil Stemel werden neue Anschlussleitungen für Versorgungsmedien wie beispielsweise Gas, Wasser und Strom verlegt.
Des Weiteren führen die Baumaßnahmen in Stemel zu Verbesserungen im Hinblick auf sicherheitstechnische Aspekte.
So sorgen beispielsweise zusätzliche Gehwege und eine verbesserte Beleuchtung durch moderne LED Technik für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Durch den behindertengerechten Umbau der Bushaltestellen mit taktilem Leitsystem und Anpassung der Bordsteinhöhe für Niederflurbussen, erhöht sich die Sicherheit aber auch die Selbständigkeit von Menschen mit Handicap. Zusätzlich werden die alten, geschlossenen Wartehäuschen gegen transparente Unterstände ausgetauscht, um Angsträume zu minimieren.
Des Weiteren wird die Ampelanlage während der Baumaßnahmen in Richtung Ortsmitte verschoben. Anders als beim alten, in einer Senke gelegenen Standort, soll die Ampel so für Autofahrer frühzeitiger zu erkennen sein. Dadurch werden Sichtbeziehungen zwischen Autofahrern und Fußgängern wie zum Beispiel Schulkindern verbessert. Außerdem verbessern sich dadurch die fußläufigen Beziehungen innerhalb des Ortes und ermöglichen eine sicherere Anbindung an die Freizeitanlage oder das Viadukt zum Sorpesee.

Probleme 2016 - Intensiv-Planungen 2017

Während der Ausführung der ersten Baumaßnahmen in 2016 ist festgestellt worden, dass im Arbeitsbereich die Anforderungen zu den Arbeitsbreiten, Fahrbahnbreiten und Sicherheitsbreiten gem. ASR 5.2 (Technische Regeln für Arbeitsstätten) nicht immer eingehalten werden konnten. Die Berufsgenossenschaft hat daraufhin ein erhebliches Gefährdungspotenzial für die Arbeitnehmer der bauausführenden Firma festgestellt. Aufgrund dessen stand bereits zu diesem Zeitpunkt die Überlegung einer Vollsperrung im Raum. Nach vielen Abwägungen entschied man sich zu diesem Zeitpunkt für den Versuch, die Verkehrssicherheit durch diverse Maßnahmen zu gewährleisten. So wurden beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Polizei Geschwindigkeitskontrollen in der Baustelle durchgeführt und „Rot-Sünder“ konsequent angezeigt.

Die Arbeitssicherheit der Bauarbeiter ist auch während des zweiten Bauabschnitts ein nicht zu vernachlässigender Aspekt bei der Baustellenplanung. Da die Restfahrbahnbreiten des Folge-Bauabschnitts noch geringer sind, als die des Abschnittes in 2016, ist in der Winterpause ein neues Sicherheitskonzept für die anstehenden Arbeiten in 2017 in fünf aufeinander aufbauenden Arbeitskreissitzungen aufgestellt worden. An diesen Gesprächen waren die Verwaltung der Stadt Sundern, die bauausführende Firma, das Planungsbüro, ein externer Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator für die Sicherheit auf Baustellen, die Arbeitsschutzverwaltung der Bezirksregierung Arnsberg sowie die Berufsgenossenschaft Bau beteiligt.
Hierbei wurde die Tragweite möglicher verkehrlicher Einschränkungen erörtert, Alternativen erwogen und abgewogen. Dennoch sind sich alle beteiligten Experten einig, dass die Sicherheit der Bauarbeiter nur bei einer Vollsperrung der Fahrbahn gewährleistet werden kann. Wie oben bereits angesprochen ist der Grund für eine Vollsperrung auf die nicht ausreichenden Fahrbahnbreiten zurückzuführen. Diese reichen für ein Nebeneinander von Bauarbeiten und fließendem Verkehr nicht aus.

Als Ausnahme ist der Leitungsbau von der Einmündung „Zum Giebel“ bis zur Einmündung „Am Hölzchen“ zu betrachten. Hier kann der Bau unter einspuriger Verkehrsführung – wie derzeit durchgeführt - erfolgen.
Bei den übrigen Maßnahmen

  • Neubau des Geh- und Radweges zwischen Bushaltestelle „Zum Giebel“ und der Einmündung „Am Hölzchen“
  • Leitungsverlegung im Gehwegbereich zwischen „Frankfurter Straße“ und Bushaltestelle „Zum Giebel“ auf der östlichen Gehwegseite
  • Erneuerung der Fahrbahn im gesamten Bereich

ist eine einspurige Verkehrsführung jedoch nicht möglich.

Besondere Maßnahmen

In Absprache mit der bauausführenden Firma werden die Arbeiten während der Vollsperrung an allen Werktagen (i.d.R. sechs Tage pro Woche) durchgeführt; dadurch kann die Zeit der Vollsperrung auf ein Minimum reduziert werden. Im Rahmen der Planungen zur Vollsperrung wurden Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei intensiv mit eingebunden, mit dem Ergebnis, dass alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben durch Stemel fahren können.
Auch Entsorgungsunternehmen und der öffentliche Personennahverkehr wurden miteingebunden und auch für diese ist der Verkehr durch Stemel gewährleistet.
Der übrige Fahrzeugverkehr wird während der Vollsperrung entlang des Sorpesees (L 687/L 686) sowie in Richtung der Stadt Arnsberg über den Ochsenkopf großräumig umgeleitet. Anwohner Stemels und Anlieger können über eine innerörtliche Umleitung fahren.

Alternativen?

Folgende Abwägungen sind erfolgt:

  • Eingeschränkte Baumaßnahme: Es wird kein weiterer Gehwegbau erfolgen. Allerdings würde eine Vollsperrung auch hier unumgänglich sein. Lediglich die Zeit der Sperrung würde um 4 -5 Wochen verkürzt. Nachteil: dem schwächsten Verkehrsteilnehmer würde eine sichere Verkehrsführung entlang der Landstraße mit rund 15.000 Verkehrsbewegungen täglich genommen
  • Zweischichtbetrieb: Mit der bauausführenden Firma ist der Zweischichtbetrieb erörtert worden. Dieser ist logistisch nicht möglich. Die bauausführende Firma wird Personal und Gerät verstärken und die Tagespräsenz auf der Baustelle ausweiten
  • Dreischichtbetrieb: die Immissionsschutzbehörde des Hochsauerlandkreises hat würde einem Dreischichtbetrieb nicht zustimmen: die permanente Belastung über Wochen verursache Gesundheitsschäden •der Gesundheitsschutz der Anwohner geht vor

Unternehmergespräch: Wünsche und Anregungen werden umgesetzt!

Am 08.03.2017 hat Bürgermeister Brodel die Unternehmerschaft in die Stadtgalerie Sundern eingeladen und über die Baumaßnahme informiert. Die Anregungen und Hinweise aus dem Teilnehmerkreis werden umgesetzt:

  • Ampelanlage am „Bremkes-Center“ und an der „Grünen Hoffnung“: Straßen NRW hat zugesagt, die Ampelschaltungen umzuprogrammieren, sodass der Verkehrsfluss auf der L519 besser wird
  • Umleitungsstrecken: neben der geplanten neuen  Vorfahrtsregelung in Amecke, werden wir die Verkehrsführung der gesamten Umleitungsstrecken sehr sensibel beobachten und kritische Punkte umgehend verbessern
  • Die Fahrzeughalter von Stemel erhalten einen gesonderten Ausweis, mit dem sie unproblematisch die Verkehrskontrollen passieren können
  • Die geänderte Verkehrsführung wird den führenden Herstellern von Navigationssystemen mitgeteilt, die ihre Software aktualisieren

  • Park & Ride:

    • aus Fahrtrichtung Neheim wird auf dem freien Parkplatz gegenüber des Bürogebäudes der Fa. Froh ein Park & Ride Platz für die Dauer der Baustelle eingerichtet. Eine Weiterfahrt mit dem Bus nach Stemel und Sundern ist im Rahmen der normalen Linienführung alle halbe Stunde möglich (Zustieg beim Netto-Markt im Kreisverkehr Hachen)
    • aus Fahrtrichtung Sundern: der Parkplatz an der Polizeiwache kann für P & R genutzt werden. Die Beschränkung, dass nur für 2 Stunden dort geparkt werden darf, wird für die Dauer der Baumaßnahme aufgehoben. Mit dem Bus kann man durch Stemel fahren, um z.B. nach Hachen oder Neheim zu kommen (Zustieg direkt gegenüber dem Parkplatz).

Häufig gestellte Fragen

  • Wer ist Anlieger?
    Anlieger sind alle Personen, die innerhalb des Ortsteils Stemels wohnen und arbeiten bzw. ein konkretes Anliegen haben wie etwa das Hinbringen und Abholen von Kindern des Kindergartens in Stemel. Jeder Fahrzeugführer, der in Stemel wohnt, erhält einen Anwohnerausweis.
    Keine Anlieger sind beispielsweise Personen, die in einem Unternehmen arbeiten, das außerhalb des Baufeldes in Stemel liegt, auch wenn das Betriebsgelände sehr nah an der Baustelle liegt. In diesen Fällen ist der Betrieb über die Umleitungsstrecke zu erreichen.

  • Sind Einschränkungen für die Anwohner Stemels zu erwarten?
    Im Rahmen der Anschlussarbeiten von Versorgungsleitungen kann es Unterbrechungen beispielsweise bei der Wasser- oder Stromversorgung geben. Diese Einschränkungen sind jedoch nur stundenweise geplant. Die betroffenen Anwohner werden vorab entsprechend informiert.

  • Wird es weitere Vollsperrungen geben?
    Die Zeit der Vollsperrung dauert voraussichtlich elf Wochen. Sie beginnt am 24. März um 13.00 Uhr und endet aller Voraussicht nach am 10. Juni 2017.

    Der letzte Bauabschnitt soll in den Sommerferien fertiggestellt werden. Hier können an bis zu drei Wochenenden Vollsperrungen eingerichtet werden, um Asphaltarbeiten durchzuführen. Die Sperrungen werden Freitagsmittags ab 13.00 Uhr eingerichtet und Montagsmorgens zum Beginn des Berufsverkehrs wieder freigegeben. Die verkehrsarmen Zeiten (Wochenende + Ferienzeit) wurden ausgewählt, um die Einschränkungen für Wirtschaft und Pendler so gering wie möglich zu halten.

  • Warum wurde die Vollsperrung nicht früher kommuniziert?
    Nach mehreren Sitzungen im Arbeitskreis stand erst am 06.02. endgültig fest, dass es keine Alternativen zur Vollsperrung gibt. Daraufhin wurden diverse Maßnahmen zur Minimierung der Belastung geprüft und abgewogen sowie eine Strategie zur Kommunikation entwickelt und vorbereitet.

    Um Irritationen und Missverständnisse im Vorfeld zu vermeiden, wurden erst Informationen herausgegeben als diese ausreichend geprüft waren.

    Die Tatsache, dass der letzte Bauabschnitt gesondert ausgeschrieben und fertiggestellt werden muss und nicht im Rahmen der elfwöchigen Vollsperrung abgearbeitet werden kann, wurde der Stadtverwaltung am Vormittag des 8. März bekanntgegeben.

  • Wo und warum besteht absolutes Halteverbot?
    Um dem ÖPNV sowie den Rettungskräften ein gesichertes Durchkommen zu ermöglichen, ist aufgrund der Fahrbahnbreiten ein absolutes Halteverbot in folgenden Straßen notwendig: „Altenberg“, „Am Gallenstück“, „Altensiepen“, „Zur Lehmkuhle“ „Zum Giebel“ und „Am Hölzchen“

 

 

Ihre Ansprechpartner

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Verkehrstechnische Aspekte:
Herr Bernd Jüngst
b.juengst@stadt-sundern.de
Tel.: 02933 / 81-185

Bautechnische Aspekte:
Herr Volker Broeske
v.broeske@stadt-sundern.de
Tel.: 02933 / 81 - 201

Präsentation zur Pressekonferenz am 09.03.2017

Hier können Sie sich die Power-Point-Präsentation der Pressekonferenz vom 09.03.2017 herunterladen.
(12.04.2017: Korrektur der Zeitplanungen für die Vollsperrungen, siehe Seite 19 ff)

Verkehrsführung in Stemel

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Großräumige Umleitung

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Verkehrsführung in Stemel vom 24.03.-10.04.2017

Verkehrsführung vom 08.04 - 10.04.2017

Verkehrsführung vom 10.04. - 10.06.2017