Geschichte

Die Geschichte der Stadt Sundern (Sauerland)

Sundern um 1930
Sundern um 1930

Das Gebiet der heutigen STADT SUNDERN (SAUERLAND) liegt in der nördlichen Abdachung des rechtsrheinischen Schiefergebirges, durch das sich die Ruhr mit ihren Nebenflüssen (u.a. Röhr und Sorpe) einen Weg bahnt. Die geschichtliche Bedeutung dieses Raumes konnte erst dann ansteigen, als infolge des Innenausbaus eine dichtere Besiedlung einsetzte. Bis zu diesem Zeitpunkt mussten die großen Linien fränkisch-merowingischer und frühkarolingischer Politik am südlichen Sauerland vorbeiführen. So ist es nicht erstaunlich, dass im Anschluss an die Sachsenkriege Karls des Großen und die Missionierungsmaßnahmen durch das Erzbistum Köln Ortsteile der heutigen STADT SUNDERN erstmals erwähnt werden. In diesem Zusammenhang sind die Kirchspielmittelpunkte Stockum, Hellefeld und Enkhausen zu nennen, ebenso die Burg Hachen. In Endorf befand sich ein bedeutender Hofesverband des zu Beginn des 10. Jahrhunderts gegründeten Klosters Meschede.

Sundern um 1950/1955
Sundern um 1950/1955

Die Umsiedlung des Grafen von Werl nach Arnsberg (um 1060) leitete die letzte Ausbauphase des Gebietes südlich Arnsberg ein. Im Bereich der heutigen Stadt Sundern gab es neben bedeutenden Hofverbänden der Arnsberger Grafen in Seidfeld, Amecke und Henninghausen, die 1155 erstmals erwähnt werden, auch umfangreichen Grundbesitz in den Kirchspielen Hellefeld und Enkhausen. In der Blütezeit der Grafschaft Arnsberg kam es zur Gründung der gräflich arnsbergischen Freiheiten Hagen (1296), Sundern (vor 1310) und Langscheid (1307). Bis zum Verkauf der Grafschaft Arnsberg an den Erzbischof und Kurfürsten von Köln im Jahre 1367 lag das Gebiet der heutigen Stadt Sundern an der Südgrenze dieser kleinen territorialen Einheit.

Das kurkölnische Herzogtum Westfalen erstreckte sich seit Mitte des 15. Jahrhunderts über ein Gebiet, das im Wesentlichen die früheren Kreise Arnsberg, Brilon, Meschede, Olpe und Teile der Kreise Iserlohn, Lippstadt und Soest umfasste.

1802 wurde das Herzogtum Westfalen der Landgrafschaft (ab 1806 Großherzogtum) Hessen-Darmstadt zugeteilt. Zu dieser Zeit begann man, eine "normal funktionierende Behördenorganisation" zu schaffen. Im Zuge dieser Maßnahmen kam es am 2. Sept. 1807 zu dem Gesetz über die Neueinteilung des Herzogtums Westfalen in 18 Ämter und 282 Schultheißbezirke. Die Städte und Freiheiten verloren ihre alten Rechte. Auch Sundern wurde Schultheißenbezirk (später: Gemeinde).

Sundern - Hauptstraße in den 60er Jahren
Sundern - Hauptstraße in den 60er Jahren

Beim Wiener Kongress (1815) kam das ehemalige Herzogtum Westfalen an das Königreich Preußen. Durch die preußische Regierung wurde das Gebiet der heutigen Stadt Sundern 1818 dem neuen Kreis Arnsberg eingegliedert.

Als weitere behördliche Instanz schuf die preußische Regierung die Bürgermeistereien (ab 1844 Ämter). Sundern selbst war seit 1906 Amtssitz.

Durch die kommunale Neugliederung entstand am 1.1.1975 aus den bis zu diesem Zeitpunkt selbständigen Gemeinden Sundern, Allendorf, Amecke, Endorf, Hagen, Stockum, Westenfeld und Wildewiese des Amtes Sundern, den Gemeinden Hachen, Langscheid, Stemel, Enkhausen, Hövel und Estinghausen des Amtes Hüsten und den Gemeinden Hellefeld, Altenhellefeld, Herblinghausen, Linnepe und Meinkenbracht des Amtes Freienohl die neue "STADT SUNDERN". Sie zählte bei ihrer Gründung ca. 27.500 Einwohner auf einer Fläche von 192,85 Quadratkilometern und liegt in dem ebenfalls neugebildeten Hochsauerlandkreis.

Heute zählt die STADT SUNDERN ca. 28.000 Einwohner auf 194 qkm. Wirtschaftliche Hauptbasis der Stadt Sundern ist eine gemischt strukturierte mittelständische Industrie. Der wirtschaftliche und kulturelle Mittelpunkt der Stadt ist umgeben von land- und forstwirtschaftlich strukturierten Ortschaften. Der Sorpesee, das Wintersportgebiet Hagen-Wildewiese und die idyllischen Dörfer sind Erholungsschwerpunkte mit starkem Fremdenverkehr und machen Sundern zum Ziel von Wasser- und Wintersportlern. Am Ort sind ein dreigliedriges Schulsystem und viele Sporteinrichtungen vorhanden.

Bedeutung und Herkunft des Namens "Sundern":

  • "Sundern ist ein Flecken an der Roer gelegen", heißt es in einer geschichtlichen Beschreibung Westfalens um die Wende des 18./19. Jahrhunderts. Der Name SUNDERN bedeutet ein aus der allgemeinen Nutznießung ausgesondertes und dem Privatgebrauch übergebenes Grundstück. Als Ortsbezeichnung ist er allein in Westfalen 14mal anzutreffen, fast ebenso häufig als Name für Waldungen und einzelne Höfe. Die Schreibweise des Ortsnamens war nicht zu allen Zeiten gleich, sie wechselte im Laufe der Jahrhunderte oftmals: Sundern (1310), Zunderen (1314), to dem Sunderen (1460), tho deme Sunderen (1493), tom Sonderen (1502). Bis zu Beginn des vorigen Jahrhunderts war Sondern gebräuchlich; seit der preußischen Zeit setzte sich die älteste Form Sundern wieder durch.

(Quelle: Chronik der Freiheit Sundern von 1954; S. 19: Werden und Wachsen der Freiheit Sundern: Die Gründungszeit)

Sundern - Hauptstraße 1991
Sundern - Hauptstraße 1991