MeDiKuS

Ziel

Im Rahmen des Förderprojektes soll untersucht werden, wie und in welchem Umfang medizinische Leistungen durch technologiebasierte Lösungen unterstützt werden können, um Ärzte und Patienten zu entlasten. Denn dort, wo es weniger Ärzte vor Ort gibt, müssen immer mehr Patienten weitere Wege auf sich nehmen, um zu den verbleibenden Praxen zu gelangen. Eine medizinische Unterversorgung führt damit zu einer höheren Arbeitsbelastung bei Ärzten und zu längeren Wege- und Wartezeiten bei den Patienten.

Vorgehensweise

Im ersten Schritt wird eine Befragung in ansässigen Arztpraxen, in der Bevölkerung und bei weiteren örtlichen Gesundheitsakteuren wie beispielsweise Pflegediensten und Seniorenheimen durchgeführt. Sie werden zu ihrer Bereitschaft, sich der Digitalisierung in der Medizin zu öffnen, befragt. In dieser breit angelegten Untersuchung geht es daher zunächst darum, die Akzeptanz von digitalen Technologien im Arzt- sowie Patientenalltag zu analysieren sowie Herausforderungen in unterschiedlichen Kommunikationspfaden zu identifizieren.
Darauf aufbauend wird anhand einer Modellpraxis untersucht, wie sich der Wandel von einer analogen zu einer digitalen Arztpraxis gestalten kann. Es wird überprüft, welche technischen Voraussetzungen und organisatorischen Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, damit ein beispielhafter Versorgungsfall zwischen Arzt und Patient telemedizinisch gelöst werden kann, beispielsweise bei Ferndiagnosen oder bei der Überwachung des Gesundheitszustandes.
Im Ergebnis werden neben einer Status Quo-Analyse der Digitalisierungspotenziale auch Handlungsempfehlungen gegeben. Diese beschreiben, wie im Rahmen von Nachfolgeprojekten Maßnahmen konkret umgesetzt werden können.

(bisheriger) Projektverlauf

09.2018: Erhalt des Zuwendungsbescheids im Rahmen des Modellvorhabens „Land(auf)Schwung“. Anschließend erfolgte eine nationale Ausschreibung zur Beauftragung eines Dienstleisters. Das Forschungskolleg der Universität Siegen (FoKoS) wurde im Dezember 2018 mit der Durchführung der Studie beauftragt.

16.01.2019: Auftakt- und Informationsveranstaltung im Ratssaal der Stadt Sundern. Das FoKoS hat die Projektmitarbeiter und das Vorhaben – eine Studie zu den Digitalisierungspotentialen in der medizinischen Versorgung in vier verschiedenen Kommunikationsfeldern – vorgestellt.

20.02.2019: 1. Workshop zu den Herausforderungen und Wünschen der Ärzte in den Kommunikationsfeldern:

1.     Praxis – Praxis

2.     Praxis – Krankenhaus

3.     Praxis – Seniorenheim

4.     Praxis – Patient

21.03.2019: Teilnahme der Stadt Sundern mit einem Informationsstand an der Veranstaltung „Nachwuchsinitiative Allgemeinmedizin 2019“ im Rahmen des Hausärztetages Westfalen-Lippe in der Ärztekammer Münster.

26. & 27.03.2019: vertiefende Experteninterviews durch das FoKoS mit sieben interessierten Ärztinnen und Ärzten aus Sundern mit dem Ziel die Problemstellungen und Lösungsansätze der Digitalisierung insbesondere im Bereich der Kommunikation in den einzelnen Praxen von Sundern darzustellen. Diese Ergebnisse werden als Grundlage für eine Status-quo Erhebung und Akzeptanzforschung benutzt.

15.05.2019: 2. Workshop zur Reflexion der Interviews und anonymisierten Ergebnisvorstellung zu den vier Kommunikationspfaden sowie der Besprechung des weiteren Vorgehens, d.h. insbesondere der Befragung mittels Interviews von Seniorenheimen, Apotheken und Patienten.

27.05.2019: Experteninterviews mit ansässigen Seniorenheimen bzw. Wohlfahrtsverband und privaten Pflegediensten durch das FoKoS.

08.07.2019: Präsentation des Projektzwischenstandes auf der Sitzung des Entscheidungsgremium Land(auf)Schwung HSK

Land(auf)schwung

Der Hochsauerlandkreis hat im Juni 2015 als eine von bundesweit 13 Regionen den Zuschlag zum Förderprogramm "Land(auf)Schwung" erhalten. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat dem Hochsauerlandkreis 2,25 Mio. € für Projekte aus den Themenfeldern "Daseinsvorsorge - Medizinische Versorgung" und "Regionale Wertschöpfung - Fachkräftesicherung" zur Verfügung gestellt. Insgesamt wurden 13 Projektanträge eingereicht. Mittlerweile sind alle vom BMEL zur Verfügung gestellten Fördermittel vollständig gebunden.