Verbesserung des Verkehrsflusses auf der Hauptstraße

(13.02.2020)

Linksabbiegehelfer Hauptstraße L 519

1.     Was ist der Anlass?

Um den Verkehrsfluss auf der Hauptstraße zu verbessern hat die Verwaltung bereits im Jahr 2014 das renommierte Büro für Verkehrsplanung Brilon/Bondzio/Weiser mit einer Untersuchung der Knotenpunkte an der Hauptstraße zwischen dem Knotenpunkt K 5 (Schwester-Haberilla-Straße) und dem Abzweig L 685 (In der Flamke) beauftragt.

Im weiteren Verlauf der Gespräche zwischen Stadtverwaltung und dem Büro wurde der Auftrag erweitert mit dem Ziel die Schwachpunkte bei der Verkehrsführung heraus zu kristallisieren und zu überprüfen, ob ein Kreisverkehrsplatz an der Kreuzung am Sunderland-Hotel eine bessere Alternative zur Lichtsignalanlage ist.

Hierzu wurde ebenfalls eine Verkehrszählung beauftragt; die Ergebnisse wurde am 13.07.2017 in der Sitzung des Fachausschusses „Stadtentwicklung, Umwelt, Infrastruktur (SUI)“ vorgestellt (siehe auch Ratsinformationssystem).

Im Ergebnis wurde festgestellt, dass ein Kreisverkehr am Sunderland-Hotel die Verkehrsströme von der Mescheder Straße aufgrund der vielen Linksabbiegebeziehungen von Verkehren aus Endorf/Stockum in Richtung Stemel nahezu abbinden und zu größeren Rückstaus auf der Mescheder Straße führen würde.

Die Zählung und Auswertung des Büros Brilon/Bondzio/Weiser hat darüber hinaus ergeben, dass in dem Bereich der Hauptstraße von der Fußgängerzone bis zum Autohaus Hengesbach viele einzelne Linksabbiegevorgänge zu den Gewerbebetrieben den Verkehr insbesondere zu den Stoßzeiten lahmlegen.

Aus diesem Grund wurde vorgeschlagen, die Hauptstraße aufzuweiten, um sogenannte Linksabbiegehelfer auf der Hauptstraße installieren zu können.

2.     Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Nach Vorliegen der Ergebnisse des Büros Brilon/Bondzio/Weiser hat die Stadt Sundern in einigen Gesprächen mit dem Straßenbaulastträger Straßen.NRW die Dringlichkeit der Maßnahme herausgestellt, so dass der Straßenbaulastträger die Notwendigkeit der Maßnahme ebenfalls erkannt und hierfür Mittel bereitgestellt hat. Da der Landesbetrieb derzeit nicht ausreichend Personal hat, um Maßnahmen an Landesstraßen durchzuführen, wurde vereinbart, dass die Stadt Sundern analog zur Erneuerung der Ortsdurchfahrt Stemel die Projektleitung für den Landesbetrieb übernehmen soll. Im vergangenen Jahr konnte dann eine erste Entwurfsplanung beauftragt werden. Diese wird von Straßen.NRW in einem sogenannten Sicherheitsaudit überprüft. Nachdem nun die ersten Aussagen in Bezug aus dem Sicherheitsaudit vorliegen, ist klar, dass die Maßnahme umsetzbar ist. Das war der Startschuss für die Verwaltung, die Mitglieder des Fachausschusses „Stadtentwicklung, Umwelt, Infrastruktur (SUI)“ in der Sitzung am 06.02.20 über den aktuellen Sachstand in Kenntnis zu setzen und die Bürger der Stadt Sundern über die Baumaßnahme zu informieren.

3.     Was soll gemacht werden?

Die Hauptstraße soll in dem Abschnitt zwischen Kurze Straße und dem Sportplatz auf der Ost-seite (Shell-Tankstelle) verbreitert werden.

Die neue Gesamtbreite beträgt 8,25 m.

Es werden Linksabbiegehelfer/Kombispuren markiert.

4.     Welche Verbesserung wird erreicht?

Aufgrund der Aufweitung der Hauptstraße auf eine Breite von 8,25m entsteht Raum für sogenannte Linksabbiegehelfer. Dadurch ist es möglich, dass einzelne Fahrzeuge, die links abbiegen möchten bis zur entsprechenden Haltelinie vorfahren und dort anhalten können; Fahrzeuge, die geradeaus fahren möchten, können das haltende Fahrzeug rechts passieren.

5.     Wie ist die Aufweitung möglich?

Die Aufweitung ist dadurch möglich, dass auf einen Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Gehweg verzichtet wird und dass der Gehweg im Bereich der Shell-Tankstelle verschmälert wird.

Derzeit ist die Straße 7,10m breit. Der Gehweg wird nur an der oben genannten Stelle von 2,70 m auf 1,70 - 1,90 m verschmälert.

6.     Ist Grunderwerb erforderlich?

Grunderwerb ist bei dieser Ausführung nicht erforderlich. Das Baurecht ist über die Parzelle der Landesstraße gesichert.

7.     Wann sollen die Bauarbeiten stattfinden?

Derzeit ist geplant, die Bauarbeiten in der verkehrsarmen Zeit in den Sommerferien in NRW durchzuführen.

8.     Wie lange werden die Bauarbeiten dauern?

Zurzeit wird mit einer Bauzeit von 6-8 Wochen gerechnet.

9.     Ist eine Vollsperrung der L 519 notwendig?

Nach derzeitiger Abwägung aller rechtlichen Belange ist es höchstwahrscheinlich möglich, die Baumaßnahme ohne eine durchgängige Vollsperrung umzusetzen. Möglicherweise muss an ein oder zwei Wochenenden eine Vollsperrung der Hauptstraße für die Asphaltierungsarbeiten eingerichtet werden. Die Verwaltung wird rechtzeitig über die Wochenenden informieren sobald der Bauzeitenplan steht. Der Verkehr soll halbseitig mit einer Ampelschaltung an der Baustelle vorbeigeführt werden.

10.  Ist durchgängiger fußläufiger Verkehr möglich?

Die Baustellenverantwortlichen werden versuchen, den fußläufigen Verkehr durchgängig zu ermöglichen.

11.  Wird der Radverkehr berücksichtigt?

Das Radnetz NRW weist den sog. „Rentnerweg“ westlich der Röhr als lokalen und überregionalen Radweg aus. Von diesem bestehen an verschiedenen Stellen Möglichkeiten, nach Osten zur Hauptstraße zu gelangen (auf Höhe Schweinsohl, auf Höhe Kurze Straße, auf Höhe Fußgängerzone). Radfahrer, die die Straße nutzen, können dies unabhängig davon weiterhin tun.

12.  Können die Gewerbebetriebe während der Bauzeit angefahren werden?

Die Gewerbebetriebe können während der Bauzeit erreicht werden; es ist allerdings mit Behinderungen durch die Baustelle zu rechnen.

13.  Ist mit Behinderungen durch die Baustelle zu rechnen?

Grundsätzlich gibt es keinen bautechnischen Eingriff in den Verkehrsraum, der keine Behinderungen mit sich bringt. Das liegt allein schon in der Tatsache, dass durch die Verkehrsrechtliche Anordnung der Straßenverkehrsbehörde eine Einschränkung z. B. in der Reduzierung der Geschwindigkeit aufgrund der Baustelle unumgänglich ist. Straßen.NRW und die Stadt Sundern werden alles versuchen, um die Behinderungen für die Verkehrsteilnehmer möglichst gering zu halten. Es sind jedoch auch die für Baustellen an Straßen geltenden Regelwerke einzuhalten!

14.  Wird es eine Querungsmöglichkeit der Landstraße im Bereich des Inklusiven Wohnprojektes an der Kurzen Straße geben?

Ja. Im Jahr 2016 wurde der Fußgängerüberweg in Höhe des Sportplatzes in Richtung Ortsmit-te verlegt sowie der Fußgängerüberweg (FGÜ) in Höhe der Hüttenstraße beseitigt. Diese Maßnahme erfolgte vor dem Hintergrund, zukünftig in Höhe der Einmündung „Kurze Straße“ eine neue Querungsmöglichkeit mit Anbindung an den sog. „Rentnerweg“ zeitgleich mit dem Bezug des inklusiven Wohnprojektes zu installieren. Nach dessen Einrichtung befinden sich an der Hauptstraße zwischen der Einmündung „Flamke“ und der Kreuzung am Sunderlandhotel ca. alle 200 m Querungsmöglichkeiten für Fußgänger.

15.  Bleibt die Bushaltestelle „Kurze Straße“ erhalten?

Die Bushaltestelle ist zurzeit nicht barrierefrei. Aufgrund der Anlage des FGÜ wird die Bushaltestelle in Fahrtrichtung Arnsberg/Neheim und in Fahrtrichtung Rathaus in Richtung Ortsausgang nach Norden verlegt werden müssen und im Zuge der Maßnahme –sofern möglich- behindertengerecht umgebaut. Hinsichtlich der neuen Standorte finden derzeit Abstimmungsgespräche mit den Verkehrsbetrieben und der Straßenverkehrsbehörde statt.

16.  Was passiert mit den Bäumen?

Ein Wehrmutstropfen ist leider zu verzeichnen, weil 12 Straßenbegleitenden Bäume auf der östlichen Seite entfernt werden müssen. Um ausreichenden Platz für die Aufweitung zu gewinnen, lässt sich die Aufgabe des Pflanzstreifens nicht vermeiden. Bei dieser Planungsvariante kann allerdings der Pflanzstreifen auf der Westseite erhalten bleiben.